UVI in meinem Setup – warum ich mit Falcon arbeite statt gegen es zu kämpfen

Ein Werkstattbericht von flexbarker.org

Ich rede selten über einzelne Plugins, weil die meisten austauschbar sind. UVI ist bei mir eine Ausnahme, deshalb diesmal ein Blick in mein eigenes Setup statt nur Branchen-News.

Falcon 2026 – das kostenlose Update, das den Unterschied macht

Falcon ist seit letztem Herbst als Version 2026 draußen, und für mich als Bestandskunde kam das Update wie üblich kostenlos. Vier neue Oszillatoren, darunter Phase Shaper und ein Grains-Oszillator, dazu neue Effekte wie Bloom Reverb und ein Vowels-Filter. Das klingt nach Feature-Liste, ist aber in der Praxis der Grund, warum ich Falcon nicht gegen Kontakt oder Omnisphere tausche: Es ist Sampler, Synthesizer und Skript-Umgebung in einem Werkzeug, und ich kann mir eigene Signalketten bauen, ohne fünf verschiedene Plugins zu hosten.

Die Oberfläche ist nicht schön, das gebe ich zu. Wer Falcon zum ersten Mal öffnet, braucht Geduld. Aber sobald man einmal verstanden hat, wie Layer, Modulatoren und die Skript-Engine zusammenspielen, ist es das mit Abstand flexibelste Instrument, das ich besitze.

Warum mir das bei UVI wichtiger ist als bei anderen Anbietern

Der Punkt, der UVI für mich von vielen anderen Tools unterscheidet: Ich kaufe eine Lizenz, sie gehört mir, das Update ist frei. Kein Abo-Zwang, kein Modell, bei dem mein kreatives Material irgendwo trainiert oder weiterverwertet wird. Es ist ein Werkzeug, kein Geschäftsmodell auf meinem Rücken. Gerade nach allem, was gerade rund um Suno passiert, ist mir das wichtiger geworden, als es mir vor einem Jahr war.

Aktuell gibt es außerdem das Falcon Extended Bundle – Plugin plus 19 Erweiterungen für 199€ statt reguläre 1040€. Für alle, die einsteigen wollen, ist das gerade ein guter Zeitpunkt.

Wie ich Falcon konkret einsetze

In meinem Setup läuft Falcon nicht als Ersatz für ein einzelnes Instrument, sondern als Zentrale für Klangdesign. Ich baue mir dort eigene Multis, bei denen mehrere Layer parallel laufen: eine Sample-Schicht für organischen Charakter, darüber ein synthetischer Layer für Textur, und dazwischen Modulatoren, die beides über MIDI-Velocity und Aftertouch verbinden. Genau dafür ist die Skript-Engine gedacht – man kann eigene Regler bauen, die mehrere Parameter gleichzeitig steuern, ohne dass man dafür ein zweites Plugin braucht.

Der neue Grains-Oszillator aus Falcon 2026 hat sich bei mir vor allem für Pads und Übergänge bewährt, weil er granulare Texturen erzeugt, die sich organisch mit klassischen Wavetables mischen lassen. Der Phase Shaper wiederum eignet sich gut für perkussive, kantige Sounds – etwas, das ich vorher oft mit einem separaten Synth lösen musste. Dass beides jetzt in einem Instrument steckt, spart mir nicht nur CPU-Last, sondern auch die Zeit, die man sonst mit dem Routing zwischen mehreren Plugins verliert.

Der Punkt mit den Presets

Ein Kritikpunkt, den man in Foren oft liest, betrifft die Browser-Oberfläche: Bei über 40.000 verfügbaren Presets kann die Suche mühsam werden, wenn man nicht mit Tags arbeitet. Das kann ich nachvollziehen. Meine Lösung ist pragmatisch: Ich lege mir eigene Tag-Gruppen an, sobald ich einen neuen Sound baue, den ich später wiederfinden will. Das kostet einmalig Zeit, zahlt sich aber aus, sobald die eigene Bibliothek wächst.

Kurz gesagt

Falcon ist bei mir kein Hype-Tool, sondern Werkbank. Genau deshalb schreibe ich hier lieber darüber, wie ich es konkret nutze, als nur die nächste Update-Meldung durchzureichen. Wer selbst eigene Sounds bauen will statt nur Presets zu laden, findet in Falcon ein Werkzeug, das diese Arbeit tatsächlich unterstützt – und das gehört einem am Ende auch wirklich.